
Entwicklung einer artenreichen Weinbergsbrache
Der nach Osten abfallende und daher dem Westwind und Regen abgewandte Haardtrand hat im Sommer ein fast mediterranes, trocken und warmes Klima. Am Schlossberg, westlich der Wachtenburg, befinden wir uns in einer 1000 Jahre alten Kulturlandschaft auf terrassierten Weinbergsbrachen mit imposanten Trockenmauern, wo eine Vielzahl von seltenen, wärmeliebenden Tieren und Pflanzen einen wertvollen Lebensraum findet. Beispiele aus der Fauna sind Zaunammer, Wendehals und Neuntöter sowie Eidechsen und Schlingnattern.
Um aufkommende Sukzession zurückzudrängen und die Brache abzumagern, mähen wir die Flächen abschnittsweise einmal im Jahr. Weiterhin befreien wir von Zeit zu Zeit die Trockenmauern von Gehölzaufwuchs und Efeu und schneiden Büsche und Sträucher in den Randbereichen zurück. Außerdem sanieren wir fortlaufend eingefallene Mauerabschnitte.
Zusammen mit den unmittelbar oberhalb der Brachfläche liegenden Weinbergen, auf denen von der Lebenshilfe Bad Dürkheim ökologischer Weinbau betrieben wird, wurde das gesamte Gebiet am Schlossberg
Mitte der 1980er Jahre unter Schutz gestellt und ist heute Teil des Naturschutzgebiets "Haardtrand Bechsteinkopf" und des EU Vogelschutzgebiets "Haardtrand".
Erhalt einer Bruchlandschaft
Nicht weinbaulich genutzt sind das Forster Bruch und die Wiesen am Goldbach. Hier drückt das im Sandstein des Berglandes rasch versickernde Wasser an die Oberfläche. Natürlich sind die Flächen heute infolge Entwässerung und Trinkwassernutzung nicht mehr so sumpfig wie früher, doch im Kontrast zum Haardtrand und den Weinbergen finden wir hier feuchte Wiesen, Schilfflächen und auwaldartige Baumbestände, für deren Erhalt der NABU Mittelhaardt sich in Zusammenarbeit mit örtlichen Viehhaltern einsetzt. Dementsprechend erleben wir hier eine reichhaltige Vogelwelt, unter anderem Pirol und Turteltaube. Leider sind typische Feuchtlandbewohner, wie Bekassine und Kiebitz seit Jahrzehnten nicht mehr als Brutvögel nachweisbar. Durch Arbeitseinsätze, bei denen beispielsweise Kopfweiden geschnitten, Blühflächen angelegt oder Müll gesammelt werden, versuchen wir den Wert dieses Gebietes zu fördern.
Pflege eines komplexen Ökosystems
Im Rahmen der Renaturierung des Schleitgrabens südlich von Ruppertsberg konnten wir eine Randfläche übernehmen, die als Streuobstwiese mit tradionellen einheimischen Obstsorten angelegt wurde. Neben einer Pastorenbirne wurden die Apfelsorten Heimeldinger, Freinsheimer Taffetapfel, Bohnapfel, Kohlapfel, Danziger Kantapfel, Leistadter Rotapfel und Gewürzluiken angepflanzt. Die Bäume werden jährlich geschnitten. Die Fläche haben wir als blütenreiche Wiese angelegt und pflegen sie durch eine gestaffelte Mahd.
Schaffung eines Rückzugsgebiet für Vögel und Insekten
Vor ca. 20 Jahren hat der NABU Mittelhaardt einen schmalen Geländestreifen mit Schilf und Kopfweiden innerhalb des
Ortsgebiet von Forst, angrenzend an das Naturschutzgebiet Forster Bruch erworben. Die Kopfweiden werden regelmäßig zurückgeschnitten und das Schnittgut in der Fläche aufgeschichtet.
Dadurch ist über die Jahre eine dichte Benjeshecke entstanden, die vielen Vögeln, u.a. dem Teichrohrsänger und anderen Tieren, Versteck- und Brutmöglichkeiten bietet.
Pflege eines renaturierten Bachlaufs
Vor einigen Jahren haben wir einen renaturierten Abschnitt des Neuen Weinbachs bei Meckenheim übernommen. Am mäandernden
Wasserlauf wurden Laichzonen angelegt, die von Teichfröschen und Erdkröten genutzt werden. Hecken und hohe Bäume locken eine reichhaltige Vogelwelt an. So wird auch der Eisvogel hier häufig
beobachtet. Mit tatkräftiger Unterstützung des Isenach-Eckbach-Verbands wird der Bachlauf offen gehalten und von Zeit zu Zeit der dichte Weidenbestand verjüngt.